Geht’s auch billiger?

So forderten die Unternehmen in einem Memorandum aus dem Dezember 1974 von der GSF geeignete Bedingungen für die Einlagerung des Atommülls, die dem „Wunsch nach kostenminimalen und ökonomischen Lösungen“ entsprechen. Dabei schienen für die Atomkraftwerksbetreiber die radioaktive Strahlung abschirmenden Betonummantelungen der Fässer „hinsichtlich einer optimalen Nutzung des Lagervolumens nicht sinnvoll zu sein“.

via Energie: Konzerne drückten Sicherheitsstandards im Atommülllager.

Die Enthüllungen rund um die Asse werden immer „assiger“. Eventuell sollte ich mich mal bei meiner Gemeinde melden, dass ich das ordnungsgemäße Entsorgen von Hausmüll hinsichtlich einer „optimalen Nutzung meiner Freizeit“ nicht als sinnvoll empfinde und künftig meinen Müll direkt aus dem Fenster werfen werde wenn es mir passt. Vielleicht fehlt mir dazu aber die nötige „Überzeugungskraft“.

SpOn entdeckt „Generation C64“

Aber darum geht es im Kern auch gar nicht. Wefing hat durchaus Recht, wenn er an anderer Stelle in seiner Polemik von einem „Kulturkampf“ spricht, wenn er Vokabeln wie „Generationskonflikt“ bemüht. Was der Streit ums Thema Netzfilter sichtbar macht, ist eine Spaltung, eine Kluft, die Deutschland schon länger teilt: Die Einheimischen des Netzes, die Jüngeren, die habituellen Nutzer digitaler Technologie, sind es langsam leid. Sie möchten sich einmischen, möchten nicht einfach wortlos hinnehmen, dass immer wieder ungeniert in ihre Lebenswirklichkeit eingegriffen werden soll. Und zwar ausgerechnet von Leuten, die gerade unter den Jüngeren vielfach als auf diesem Gebiet ahnungslos wahrgenommen werden.

via Streit um Internet-Filter: Die Generation C64 schlägt zurück.

Hat sich da in der Spiegel Online Redaktion etwa mal jemand Gedanken gemacht, wer da so täglich die Werbebanner abruft? Sollte dieses laue Lüftchen etwa ankündigen, dass bald ein andere Wind wehen könnte?

Hausdurchsuchungen: im Dutzend billiger

Der dritte Fall ist etwas anders geartet. Der Hausdurchsuchungsbeschluss stammt hier von Anfang Mai 2009 und kommt ebenfalls vom Amtsgericht Augsburg. Dieses genehmigte eine Hausdurchsuchung für zwei MP3s. Es handelt sich dabei um die Tracks „I Listen To Music“ von D.D. Alliance (1,29 Euro) sowie „Givin The World To You“ von Josh Jackson (1,29 Euro). Es scheint gerade so, als hätte die Unverletzlichkeit der Wohnung, ein festgeschriebenes Grundrecht, im Falle von Urheberrechtsverletzungen gerade einmal einen Wert von einer MP3.

via gulli: Bayern: drei Hausdurchsuchungen wegen eines Werkes.

Tja, das Grundrecht scheint wohl nicht so besonders Beachtung zu finden, wenn man wegen zweier MP3-Dateien Besuch von den Staatsdienern bekommt.

Fefe: von der Leyen vom BMI vorgeschickt

Von einem Insider kam gestern die Bestätigung für eine offensichtliche Verschwörungstheorie rein: Schäuble steckt hinter der Internetzensur, aber er hat die von der Leyen vorgeschickt, weil „für die Kinder“ besser zieht. Später sollte dann das Innenministerium kommen und Rechtsradikale wegzensieren wollen.

Sagt fefe.

2nd Level Scam

Heute morgen ist eine Mail durch den Filter geschlüpft. Inhalt: Man wäre als „Scam-Opfer“ identifiziert worden. Der Versand einer „Prepaid Kreditkarte“, über die die Auszahlung geschehe, sei noch nicht bestätigt. Man möge sich bitte unter folgender Telefonnummer … melden.

Naja, die Schlaumeier von „Global Pension Plan“ glauben ja auch, dass Weltweit Milliardenbeträge über Prepaid-Kreditkarten in Briefumschlägen ausgezahlt werden…

Huch?

SPIEGEL ONLINE: Frau von der Leyen, fast 100.000 Bürger haben gegen Ihren Plan, Internet-Sperren gegen Kinderpornografie einzurichten, eine Petition unterschrieben? Sind das alles Verharmloser? Was antworten Sie denen?

via Anti-Kinderporno-Gesetz: Von der Leyen will Kontrolleure für BKA-Zensoren – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Netzwelt.

SpOn überrascht nach wochenlanger Abwesenheit bei dem Thema einmal durch ein – da-brat-mir-doch-einer-einen-storch – kritisches Interview. Lange schon nicht mehr gelesen, bei SpOn, sowas.