Wenn der Fuß erst einmal in der Tür ist…

Noch steht gar nicht fest, ob die „heimliche Onlinedurchsuchung“ überhaupt mit der Verfassung zu vereinbaren ist (und ich hege da starke Zweifel), da überlegt die Regierung schon, die Anwendbarkeit von „Terrorismus und Gefahr für übergeordnete Rechtsgüter“ auf „schwere Straftaten“ auszudehnen:

Die Regierungskoalition will künftig die heimliche Online-Durchsuchung auch für die Aufklärung schwerer Verbrechen erlauben. Das berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung in ihrer Samstagsausgabe. Wolfgang Bosbach, der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sagte gegenüber dem Blatt, dass noch in dieser Legislaturperiode eine Änderung der Strafprozessordnung vorgenommen werden solle. Ein entsprechender Entwurf der Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) läge bereits vor.

heise newsticker

Liebe Leser, solltet ihr Wahlberechtigt sein, möchte ich euch bitten, dieses bei eurer Wahl zu berücksichtigen. „Heimliche Onlinedurchsuchungen“ sind in meinen Augen genauso wenig rechtsstaatlich wie „heimliche Hausdurchsuchungen“!

SQLite3, OpenDBX, Squeak

Weil ich ja gerade sonst nichts zu tun habe, habe ich heute Abend mal sqlite3 mit MinGW unter Windows compiliert. Da eine meiner bevorzugten Sprachen Datenbanken neuerdings über OpenDBX angebunden wird, habe ich das gleich mal nachgeschoben. Ein paar Trickserreien, Basteleien an Makefiles und Umkopieren war zwar notwendig, aber letztendlich hat’s funktioniert.

Offener Brief an den deutschen Presserat

Offener Brief: Rüge wegen „Gebrauchsanweisung für illegale Software“ . Sehr geehrte Damen und Herren, in Ihrer heutigen Pressemitteilung „Presserat spricht insgesamt sechs Rügen aus“ 1) haben Sie bekannt gegeben, dass Sie wegen eines Artikels über die „15 illegalsten Hacker-Tools“ eine Rüge gegen die Zeitschrift „PC-WELT“ ausgesprochen haben.

Außerdem konnten die Inhaber der Verwertungsrechte erreichen, dass das Urheberrecht 2003 und 2006 so verschärft wurde, dass es illegal wurde, diese technischen Beschränkungen zu umgehen.

Diese technischen und juristischen Einschränkungen der Nutzungsmöglichkeiten neuer Medien haben dazu geführt, dass das aktuelle Urheberrecht keinen Rückhalt in der Bevölkerung hat. Fast alle Menschen verstoßen immer und immer wieder gegen das Urheberrecht; in der Bevölkerung, in den Medien und insbesondere in den Computermedien wird das geltende Urheberrecht nahezu einhellig als zu scharf abgelehnt. Wer bemüht ist, das Urheberrecht stets zu achten, macht sich nur noch lächerlich.

Diese Haltung wird natürlich auch von FachjournalistInnen bei Computerzeitschriften geteilt – vom Großteil der LeserInnen der Computerzeitschriften sowieso. Entsprechend veröffentlichen wohl alle großen Computerzeitschriften auf dem deutschen Markt sowohl kommentierende Artikel, die das bestehende Urheberrecht als zu scharf kritisieren, als auch Artikel, die dabei helfen können, sich über Urheberrechtsgesetze hinwegzusetzen.

heise forum

Frauen = sozial; Männer = kleinhirngesteuert

iX – 18.02.09 – Das große Missverständnis: Männer und Frauen in studiVZ

Frauen geht es auf der deutschen Plattform für soziale Kontakte unter Studierenden vorrangig um den Austausch mit ihren Bekannten und Freunden. Männer hingegen suchen in erster Linie nach neuen Online-Bekanntschaften und schauen gern in „fremde“ Profile. Das führt zu Unterschieden in der Selbstdarstellung: Frauen nutzen dazu Profilbilder, personenbezogene Angaben und geben kund, zu welchen Interessengruppen sie gehören. Männer sind schweigsamer und verbergen ihre Identität, um Neugier zu wecken.

Auf die Idee, dass Männer einfach nicht so freigiebig mit ihren Daten sind, oder kein Interesse an „Online-Daten“ haben könnten, kommen die Ersteller der Studie anscheinend nicht.

Flugphase multilingual

Ab heute werde ich versuchen, meine selbst gebastelten Posts (und eventuell auch die Dokumentation des großen Schlimmen) in zwei Sprachen zu verfassen. Leider hat meine WordPress-Version damit ein kleines Problem: die deutschen Übersetzungen der Links (Kommentare, etc.) sind verloren gegangen („Comments“, …).

Willkommen an die potentiellen neuen Leser ;-)

gnome + autofs + nfs + notebook = NO WAY!

Ich gebe zu, was Netzwerkmounts angeht, bin ich faul. Deswegen hatte ich gedacht, in konfiguriere mal eben nfs4 auf meinem Server, haue autofs auf meinen client und schon kann ich durch navigieren zu /net/server/ alle meine nfs Verzeichnisse auf dem Server sehen. Im Prinzip funktioniert das auch, aber leider ist der client ein netbook.

Das bedeutet, dass das Gerät öfter mal zugeklappt und aus dem heimischen Netzwerk entfernt wird. Hier beginnt aber das Problem: mit NFS ist es anscheinend nicht einfach möglich, per Programm festzustellen, dass eine Datei nicht lokal vorliegt, sondern auf einem Server.

gnome hingegen wird immer komfortabler: so existiert mittlerweile eine Abstraktionsschicht für die unterschiedlichen Dateisystem (zusätzlich zu den Abstraktionsschichten vfs Virtual File System und eventuell auch, falls genutzt, FUSE Filesystem in USErspace) und eine „Müllverwaltung“ über Dateisystemgrenzen hinweg (ähnlich in Windows). Weitere Programme lesen vermutlicherweise mal auf Verdacht Daten ein (und damit passiert mittlerweile auch unter Linux das, was ich in diesem Artikel kritisiert habe).

Ergebnis: da der Server 1. nicht verfügbar ist, 2. nfs üblicherweise timeouts von 60 Sekunden hat, 3. mehrere (zum Teil -zig) Abfragen abgeschickt werden steht der Dateimanager von gnome (nautilus) nach kaltem Entzug vom nfs server. Der Grund dafür sind Hintergrundprozesse des gnome virtual file system damons (gfvsd und gvfsd-trash). Leider blockieren diese Prozesse hart, und das bedeutet, dass auch das suspend oder der shutdown nicht mehr funktionieren (der shutdown funktioniert noch, aber wer wartet Stunden auf mehrere timeouts).

Insgesamt eine Verkettung unglücklicher Umstände – NFS, das nicht auf Verbindungsunterbrechungen reagieren kann, gvfs, das nicht wissen kann, was ‚darunter liegt‘ und gnome, das sehr stark auf gvfs zurückgreift. Wer einen Laptop in einer Linux-Umgebung einsetzt, greift damit ironischerweise am besten auf samba zurück – ein Server, der die Netzwerkprotokolle von Microsoft Windows nachbildet.

Sicherheit vs. Freiheit

TP: Geschockt über das Ausmaß der Schäden durch exzessive Antiterrormaßnahmen

Die Verstärkung der Videoüberwachung ist freilich nur ein kleiner Auschnitt jener Maßnahmen und Gesetze, die die Überwachung in den letzten Jahren insgesamt auf ein zuvor nie dagewesenes Niveau ausgebaut haben, und auch die Überwachungssysteme sind nur Teil jenes Komplexes an Gesetzen, Richtlinien und Vorgehensweisen, die als Folge von 9/11 in Ländern weltweit im Namen der Sicherheit und des Kampfes gegen den Terror zu umfassenden Veränderungen geführt haben. Diesen Komplex haben namhafte Juristen im Auftrag der Organisation International Commission of Jurists in dreijähriger Arbeit genauer unter die Lupe genommen.