Insgeheim Schnüffeln

heise online – Überwachungsfreie Zonen bei der Telekommunikation äußerst umstritten:

Deutlich zu weit ging Helgerth und weiteren Praxisvertretern wie Jürgen-Peter Graf vom Bundesgerichtshof auch die vorgeschlagene deutliche Ausweitung der Benachrichtigungspflichten nach einer Abhörmaßnahme. Da nicht mehr nur die eigentlichen „Zielpersonen“, sondern prinzipiell auch „Unbeteiligte“ künftig informiert werden sollen, komme man zu einem „nicht mehr handhabbaren“ Personen- und Datenkreis. Zudem dürfen laut Helgerth damit eine „Vielzahl querulatorischer Klagen und Anträge initiiert werden“. Der Regierungsentwurf sieht aber bereits umfangreiche Regeln vor, in denen eine Benachrichtigung unterbleiben kann und soll. Dies gilt demnach etwa, wenn dem andere Werte wie der Datenschutz oder ein Geheimhaltungsinteresse der Behörden entgegenstehen. Eine Vielzahl der „nebenbei Aufgenommenen“ würde so weiter nichts von dem Einbezug in eine Überwachungsmaßnahme erfahren.

Klingt so, als wenn Herrn Helgerth die Benachrichtigungen ganz gegen den Strich geht. Abgesehen davon, dass die Benachrichtigung (so eingeschränkt, wie sie jetzt definiert ist) eh schon nicht wirklich ausgeführt wird. Auch interessant: wer sein Recht wahrnehmen will, ist ein „Querulant“.

Fritz, der auszog eine Bombe zu legen

Berliner Umschau – Das Märchen vom „Terror-Fritz“:

Ähnliche Kassandrarufe gab es bereits vor einem Jahr, rund um die sogenannten Kofferbomber vom Kölner Hauptbahnhof. Doch seither habe sich die Lage weiter zugespitzt, wie FAZ-Leitartikler Berthold Kohler die Situation zusammenfaßt: „Die Bomben werden größer und ihre Leger offenbar professioneller. Das ist eine Realität, der man sich auch hierzulande stellen muß. Sie ist durch die jüngste Polizeiaktion so augenfällig geworden, daß Schäuble darauf verzichten konnte, sein Ceterum censeo zur Online-Durchsuchung anzufügen.“

Doch zum Pech des Bundesinnenministers und seiner Frankfurter Bauchredner hat der Anschlag das Gegenteil gezeigt: Die vermeintlichen Bombenleger werden immer unprofessioneller und stellen sich immer döfer an. Fritz G., der angebliche Rädelsführer des am vergangenen Dienstag im sauerländischen Oberschledorn gefaßten Trios, erinnert unfreiwillig an Virgil Starkwell, die Hauptfigur in Woody Allens Komödie Woodie, der Unglücksrabe.

Schlappe

heise online – Anwalt Gravenreuth zu Haftstrafe verurteilt [Update]:

Der in IT-Kreisen berühmt-berüchtigte Anwalt Günter Freiherr von Gravenreuth wurde nach einem Bericht der taz vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen versuchten Betrugs zu einer Haftstrafe von einem halben Jahr ohne Bewährung verurteilt.

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Zumal die Richterin davon sprach, „dass die Allgemeinheit vor Gravenreuth geschützt werden müsse.“

Bei 150 km/h

TP: Kruzifixe in allen Schulen, Gerichten und Behörden?:

Bayerns Regierung will schärfer gegen Gotteslästerung vorgehen und damit den Staat ein Stück näher zum christlichen Gottesstaat bringen. Offenbar wurde bereits ein entsprechender Gesetzesentwurf formuliert. Nach dieser soll nicht nur eine Beschimpfung von Religion und Kirche strafbar sein, die den öffentlichen Frieden stören könnte, wie dies nach § 166 StGB der Fall ist. Schon die die Herabwürdigung oder Verspottung würde verfolgt werden. Damit würde Deutschland mit den Islamisten gleichziehen, die Mohammed-Karikaturen verbieten.

Während ich bei 150 km/h im ICE Sprinter Richtung Ruhrgebiet sitze, lese ich ein wenig. Und, was muss ich lesen? Dass der traurige Trend den Staaten nachzueifern immer neue Blüten treibt.

An anderer Stelle:

Hamburg – Die bayerische Regierung will die Strafen für Gotteslästerung verschärfen. Justizministerin Beate Merk habe einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorgelegt, der zurzeit in der Landesregierung abgestimmt werde, bestätigte ihr Ministerium im Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Danach will Merk eine Bundesratsinitiative zur Änderung des Paragrafen 166 des Strafgesetzbuchs auf den Weg bringen. Der scheidende Ministerpräsident Edmund Stoiber fordert seit langem höhere Strafen für Gotteslästerung.

Bürgerbespitzelung

heise online – Online-Durchsuchungen: Union wirft SPD „Verantwortungslosigkeit“ vor:

Im Koalitionsstreit über heimliche Online-Durchsuchungen liegen die Nerven blank: Vertreter von CDU/CSU bezeichnen die abwartende Haltung der Sozialdemokraten als unhaltbar, während diese den „primitiven Druck“ zurückweisen. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) etwa hat konkret seinen schleswig-holsteinischen Amtskollegen Ralf Stegner angegriffen. Der SPD-Politiker habe nach einer anfänglichen Einigung in der Innenministerkonferenz eine Grundsatz-Vereinbarung zu den von der Union geforderten Netzbespitzelungen blockiert, sagte Schünemann der dpa. Das sei „verantwortungslos“. Er habe solch parteitaktisches Verhalten in schwierigen Situationen bei einer Innenministerkonferenz noch nicht erlebt. Der CDU-Politiker bezeichnete es als „Sicherheitsrisiko“, wenn die rechtlichen Grundlagen für Online-Razzien nicht geschaffen würden. Die Sozialdemokraten würden sich nach den Festnahmen von drei Terrorverdächtigen winden und nur noch herumeiern.

Es sieht so aus, als würde der „Bundestrojaner“ kommen, die Frage ist nur noch „wie“, nicht „ob“. Die Zeit für Gegenmaßnahmen scheint gegeben; also, Stundenplan für die nächsten Wochen: PKI für alle Bekannten schaffen, Virtuelle Maschine zum surfen installieren, TOR (anonymisierender Proxy) installieren, etc. pp..

Bürgerbespitzelung

heise online – Online-Durchsuchungen: Union wirft SPD „Verantwortungslosigkeit“ vor:

Im Koalitionsstreit über heimliche Online-Durchsuchungen liegen die Nerven blank: Vertreter von CDU/CSU bezeichnen die abwartende Haltung der Sozialdemokraten als unhaltbar, während diese den „primitiven Druck“ zurückweisen. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) etwa hat konkret seinen schleswig-holsteinischen Amtskollegen Ralf Stegner angegriffen. Der SPD-Politiker habe nach einer anfänglichen Einigung in der Innenministerkonferenz eine Grundsatz-Vereinbarung zu den von der Union geforderten Netzbespitzelungen blockiert, sagte Schünemann der dpa. Das sei „verantwortungslos“. Er habe solch parteitaktisches Verhalten in schwierigen Situationen bei einer Innenministerkonferenz noch nicht erlebt. Der CDU-Politiker bezeichnete es als „Sicherheitsrisiko“, wenn die rechtlichen Grundlagen für Online-Razzien nicht geschaffen würden. Die Sozialdemokraten würden sich nach den Festnahmen von drei Terrorverdächtigen winden und nur noch herumeiern.

Es sieht so aus, als würde der „Bundestrojaner“ kommen, die Frage ist nur noch „wie“, nicht „ob“. Die Zeit für Gegenmaßnahmen scheint gegeben; also, Stundenplan für die nächsten Wochen: PKI für alle Bekannten schaffen, Virtuelle Maschine zum surfen installieren, TOR (anonymisierender Proxy) installieren, etc. pp..

Wissensgesellschaft monetarisieren

heise online – Copyright verkommt zum „Ordnungs- und Verhaltensrecht“:

Ein vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass bei Reformen der viel beschworenen „Rechte am geistigen Eigentum“ Bürgerrechte und die Interessen der Allgemeinheit immer stärker zurückgestellt werden. Vor allem das Urheberrecht „ist zu einem Ordnungs- und Verhaltensrecht für alle Bevölkerungsschichten geworden“, schreibt der Jurist Till Kreutzer in seiner 83-seitigen Analyse (PDF-Datei) der Situation in Deutschland, Europa und international mit dem Titel „Immaterialgüterrechte in der Wissensgesellschaft“.

58% wollen „etwas“

58 Prozent der Deutschen sind für Online-Durchsuchungen:

Infratest dimap hat im Auftrag der ARD für den DeutschlandTrend auch danach gefragt, wie die deutschen Bürger zur umstrittenen Online-Durchsuchung stehen. Schon vor der Festnahme der drrei mutmaßlichen Terrorverdächtigen hatte die Hälfte der Befragten am 3. und 4. September dafür gestimmt, dass Online-Untersuchungen erlaubt sein sollten, 47 Prozent sprachen sich dagegen aus. Am 6. September, also nachdem die Festnahme von der Bundesanwaltschaft mitgeteilt worden war, stieg die Zahl der Befürworter auf 58 Prozent an, nur noch 36 Prozent lehnten sie ab.

Allerdings scheinen die Deutschen sich noch immer nicht besonders gefährdet zu sehen. 81 Prozent sagen, sie fühlten sich sicher vor Terroranschlägen, nur 18 Prozent sagten, sie seien unsicher. In Panik sind die Deutschen also noch nicht, gehen aber davon aus, dass die schon lange von Bundesinnenminister Schäuble und der CDU/CSU geforderten Online-Durchsuchungen wünschenswert wären.

Interessanter Einwurf im Forum: Wer bei solchen Umfragen mitmacht, hat sowieso wenig für seine Privatsphäre übrig. Ich zähle (nur für die Akten) zu den Verweigerern.

PHP beschleunigen

Sieht so aus, als wenn der eAccelerator (Scriptcaching für PHP) mittlerweile brauchbar ist (das letzte Mal, als ich ihn anschaute, war er es nicht). Muss zwar aus den Quellen installiert werden, das funktioniert aber recht gut.

Weitere Software-Perlen, die ihren Weg auf meinen Rechner gefunden haben: NX Server (remote access auf Unix Server via beschleunigtem Protokoll) und OpenVPN (Netzwerktunnel). Leider gibt’s den Flash Player noch nicht für x86_64.