Kriminalisierung

journalismus – nachrichten von heute:

Zum anderen wird der „Opfer“-Kreis völlig willkürlich, ohne auch nur den Versuch einer Begründung von Kindern (Personen bis zu 14 Jahren) auf alle Kinder und Jugendlichen ausgedehnt (Personen bis zu 18 Jahren). Begründet wird lediglich, dies sei in der europäischen Rahmenrichtlinie verlangt. Dadurch wird jeglicher einverständlicher Sex unter Jugendlichen zu einem schweren Verbrechen (genau gesagt zwei schweren Verbrechen).

Relativ unbemerkt werden Jugendliche, die noch nicht volljährig sind, kriminalisiert, sollten sie (nicht nur) sexuelle Handlungen vornehmen.

Die Beispiele auf der Seite scheinen übertrieben, stellen aber im Grunde genommen eine Vorhersage dessen dar, was passiert, wenn dieses Gesetz ähnlich wie in den USA ausgelegt wird…

Informationssysteme und Aufmerksamkeit

TP: Die Aufmerksamkeitsökonomie und das Netz:

Die beginnende Ökonomie der Aufmerksamkeit unterscheidet sich tiefgreifend von jeder früheren Ökonomie. Sie setzt eine völlig andere Lebensweise als die auf Routinen begründete industrielle Existenz mit ihren Dichotomien zwischen Arbeitsstätte und Heim, Arbeit und Spiel und Produktion und Konsum voraus. Was jetzt zählt, ist die Suche nach sowie das Erhalten und Schenken von Aufmerksamkeit. Michael H. Goldhaber untersucht die Grundzüge der neuen Ökonomie, die besonders in den Netzen zum Ausdruck kommt.

Soweit zur Aufmerksamkeitsökonomie im Netz. Sucht man bei Google nach dem Begriff (was Google nicht kennt, dass existiert nicht, aber das ist eine andere Gesichte zur kreativen Erschaffung von Realität via Web), findet man knapp 83.000 Treffer. Nach einem kurzen Überblick beziehen sich die meisten der Fundstellen auf Marketing / Werbung oder auf Internettechnologien.

Wichtig ist der ökonomische Umgang mit der eigenen Aufmerksamkeit aber auch im täglichen Arbeitsleben. Aufmerksamkeit kostet vor allem eines: Zeit. Hunderte von Newslettern, Rundmails, Infoschreiben, Mitarbeiterzeitungen, Arbeitsanweisungen etc. pp. verlangen um die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter eines Unternehmens. Nur, wie damit umgehen?

Die Mitarbeiterzeitung landet beim ausgelasteten Mitarbeiter ungelesen in der Rundablage, ebenso wie die Mails mit neuen Geschäftserfolgen oder der Bekanntmachung von Schulungsinhalten im Netz (e-Learnings). Der Restrukturierungspräsentation wird beigewohnt, weil sie einen selbst betrifft, aber schon bei der Vorstellung einer anderen Abteilung („Wir machen ja die gleichen Dinge doppelt!“) wird die Aufmerksamkeit schon geringer. Häufig wird bei solchen Zusammenkünften beschlossen, dass man sich regelmäßig trifft, um die verschiedenen Prozesse und Arbeitsschritte zu untersuchen, ob sie notwendig sind oder nicht, und um sich gegenseitig Neuerungen vorzustellen. Genauso schnell nimmt dann aber wieder die Teilnehmerzahl dieser Veranstaltungen ab und die Aufmerksamkeit, die sich auf ein gemeinsam identifiziertes Problem richtete ist dahin.

Bleibt z. B. bei einer von außen gelenkten Restrukturierung oder einem neuen Kommunikationsmodell die Aufmerksamkeit aus, werden häufig weitere Medien hinzugefügt oder eine Zielgruppenanalyse durchgeführt, um die Effektivität der Erreichung des Einzelnen zu erhöhen.

Werden im Unternehmen neue Medien etabliert oder ausprobiert (z. B. Zusammenarbeit via Mail, Netzlaufwerke ergänzt durch kollaborative Systeme wie Microsoft Sharepoint oder Lotus Notes, Wikis, Informationsseiten im Intranet) nimmt die Mitarbeiterschaft diese häufig gerne und engagiert auf. Nach der anfänglichen Euphorie (die meist darin besteht, eine eigenen Abteilungsseite mit Photos zu erstellen) lässt dieses Interesse aber schnell wieder nach; wenn nicht ein schneller und dauerhafter Nutzen entsteht, fällt das System fast in die Bedeutungslosigkeit zurück. Das „fast“ ist das Problem: beispielsweise nutzt eine Organisationseinheit dieses System plötzlich häufig und hat entschieden, Informationen nur noch darüber zu veröffentlichen. Das (eigentlich sinnvolle) Abschalten des Systems lässt sich nun nicht mehr erreichen, zumindest nur mit großem Widerstand durchsetzen.

Dies führt dazu, dass immer mehr Medien und Informationssysteme eingesetzt werden, die

  • wartungsintensiv
  • kostenintensiv
  • weitgehend homolog aber im Detail unterschiedlich

sind. Organisationen sind gut beraten, dererlei Systeme nur unter strikten Bedingungen zu implementieren, bereits implementierte Systeme periodisch auf ihre Werthaltigkeit zu evaluieren und eventuell wieder zu konsolidieren. Dies spart Aufmerksamkeit (Zeit) beim einzelen Mitarbeiter und verringert den Stress in der Informationsflut des täglichen Arbeitslebens.

Helferlein

Public Function IndexToChar(lngColumn As Long) As String
     If lngColumn < 1 Or lngColumn > 16384 Then Exit Function
     IndexToChar = IndexToChar(Int((lngColumn - 1) / 26)) & 
			Chr(((lngColumn - 1) Mod 26) + Asc("A"))
 End Function
 

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Meine Links am 6. August bis 3. September:

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Durchleutet

heise online – Wissenschaftler wehren sich gegen Homeland-Security-Bespitzelung:

Denn bei JPL soll jetzt die Präsidenten-Direktive HSPD-12 umgesetzt werden. Außer der Abgabe von Fingerabdrücken, die im Rahmen der Einführung eines biometrischen Zugangs- und Kontrollsystems auf RFID-Chipkarten gespeichert werden sollen, müssen die Mitarbeiter bis zum 28. September Schriftstücke unterzeichnen, mit denen sie Ermittlungsbeamten Freibriefe zum Schnüffeln bis in die letzte Ecke des Privatlebens ausstellen. Von den Mitarbeitern zu benennende Freunde und Bekannte würden dann etwa befragt, wann der Überprüfte zuletzt Sex hatte, welche Form er dabei bevorzuge, ob er sich Geld leihe, wie man seine psychische Verfassung beurteile.

Mal wieder: ohne Worte.

Der Aufschrei

TP: Ausländerjagd in Deutschland:

Da ist sie also wieder, die Forderung nach einem Verbot der neofaschistischen NPD. Der Vorschlag des SPD-Vorsitzenden Kurt Beck dürfte nur aus einem Grund derart angeregt debattiert werden: Weil er die übrigen Vorschläge aus den Reihen der sogenannten Volksparteien an Dilettantismus und Realitätsferne bei weitem übertrifft. Und das will etwas heißen, in Zeiten, in denen der Kampf gegen neofaschistische Gewalt zum PR-Thema für absteigende Volksvertreter geworden ist.

und weiter:

Alle diese mehr oder weniger belustigenden Vorschläge eint eine Sache: Sie gehen auf die Ursachen des Rechtsradikalismus nicht ein. Wenn Broder die Ostdeutschen unterschwellig als geborene Nazis darstellt, weil in den neuen Bundesländern – statistisch belegt – eine Häufung rechter Gewalt zu verzeichnen ist, missachtet er die sozialen Ursachen. Nicht ohne Grund verzeichnet die neofaschistische NPD gerade in den Gegenden die größten Erfolge, in denen der weitreichendste soziale Kahlschlag stattgefunden hat. Und das war nach 1989 nun einmal vor allem in Ostdeutschland.

Ursachenbekämpfung in der Symptombehandlungsrepublik? Get a life!

Googleterrorist

heise online – Durch Google-Suche in die Einzelhaft    :

Vor drei Wochen wurde der Berliner Stadtsoziologe Andrej H. unter dem Verdacht der „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung gemäß § 129a“ festgenommen. Als Grund für die Festnahme nannte die ermittelnde Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe die Benutzung von Vokabeln, die auch in Schriften der sogenannten „Militanten Gruppe“ vorkommen. Außerdem verfügte er nach Angaben der Ermittler „über Zugang zu Bibliotheken, um dort die Recherchen durchzuführen, die notwendig sind, um Texte für eine militante Gruppe zu verfassen.“

Weiter geht der Text mit der Erklärung, dass die Beamten durch eine Googlesuche auf Andrej H. aufmerksam geworden sind. Wenn jetzt also schon die Nutzung von Fachbegriffen eine Untersuchung und Verhaftung nach den Terrorparagraphen rechtfertig, sollte ich vielleicht anfangen, volkstümlicher zu reden. Vielleicht ist ja das Vokabular vom Prügeln in Mügeln unverdächtiger?