Offline und stolz darauf

Generation Web 0.0 [Indiskretion Ehrensache]:

Michael Glos ist „Bundesminister für Wirtschaft und Technologie“. Wer solches auf seine Visitenkarte schreibt, von dem erwarten die meisten Bürger wohl, dass er die grundlegende Anwendung von Alltagstechniken beherrscht. Telefonieren zum Beispiel, Autofahren, E-Mail-Schreiben oder Internet-Surfen.Wer hier zustimmt, dem kann das offene Bekenntnis von Michael Glos während der IT-Messe Cebit nur mit Verwunderung aufnehmen: „Das Handy zu bedienen ist schon viel“, sagte der Minister zu Spiegel Online. „Ich habe Gott sei Dank Leute, die für mich das Internet bedienen.” Man weiß nicht, was mehr verblüfft: Dass ein Minister Mühe hat, mit dem Handy umzugehen? Dass er keine E-Mails verschickt? Oder dass er darüber sogar erleichtert ist?

Erschreckend aber vermutlich wahr.

Berliner Zeitung – Politik – Merkels Mann fürs Wohlfühlklima

Berliner Zeitung – Politik – Merkels Mann fürs Wohlfühlklima

Bundeskanzlerin Angela Merkel besprach bei dem Treffen mit einer kleinen Runde von Vertrauten unter anderem, wie der Gipfel am besten der Öffentlichkeit verkauft werden kann. Klimaschutz sei besser zu vermitteln als Finanzmarkt-Themen, stellte die Kanzlerin dem Protokoll zufolge fest, aus dem der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung zitierten. Und unter dem Stichwort Afrika findet sich eine Passage, die die vergangene Woche pünktlich zum Gipfel beschlossene Erhöhung des deutschen Entwicklungshilfe-Etats in einem neuen Licht erscheinen lässt.

Genauso gestellt wie Dokusoaps, drängt sich einem der Verdacht auf.

Berliner Zeitung – Politik – Merkels Mann fürs Wohlfühlklima

Berliner Zeitung – Politik – Merkels Mann fürs Wohlfühlklima

Bundeskanzlerin Angela Merkel besprach bei dem Treffen mit einer kleinen Runde von Vertrauten unter anderem, wie der Gipfel am besten der Öffentlichkeit verkauft werden kann. Klimaschutz sei besser zu vermitteln als Finanzmarkt-Themen, stellte die Kanzlerin dem Protokoll zufolge fest, aus dem der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung zitierten. Und unter dem Stichwort Afrika findet sich eine Passage, die die vergangene Woche pünktlich zum Gipfel beschlossene Erhöhung des deutschen Entwicklungshilfe-Etats in einem neuen Licht erscheinen lässt.

Genauso gestellt wie Dokusoaps, drängt sich einem der Verdacht auf.

Demonstrieren in Hamburg

Ihr seid alle verdächtig!

Ein mühsam erkämpftes Bürgerrecht, das Recht auf Demonstrations- und Versammlungsfreiheit – verkommt zur Farce: Bei einer Demonstration am Montag hier in Hamburg gegen den G8-Gipfel wollte ich den Demonstrationszug bei der U-Bahn-Station „Landungsbrücken“ verlassen. Zwei, drei Reihen Polizisten umschlossen den Demozug, ich wollte durch. Die Polizisten ließen das nicht zu. Ich sagte: „Ich habe das Recht, diese Demo zu verlassen!“ Eine junge Polizistin: „Nein, Sie können hier nicht raus!“ Ich: „Dort drüben ist die U-Bahn, da will ich hin!“ Sie: „Nein!“ Ich: „Das ist Freiheitsberaubung, was Sie hier machen.“ Sie: Lachen. Hinter den zwei Polizeireihen stand ein Polizeiführer. Ich hob meinen Arm, rief nach ihm. Die junge Polizistin schlug meinen Arm runter, fauchte mich an: „Lassen Sie das!“ Ein junger Demonstrant mischte sich ein, sagte zur Polizistin: „Lassen Sie den doch durch, das ist doch ein ganz normaler Mann.“ Der Polizeiführer kam dann doch noch, aber er hörte mir nicht zu. Erst als ich meinen Presseausweis zeigte, ließ er mich durch die Polizeikette – in die Freiheit.

Polizei soll systematisch Post von G-8-Kritikern filzen

Suchaktion in Hamburg: Polizei soll systematisch Post von G-8-Kritikern filzen

Die Hamburger Polizei hat der „taz“ zufolge eine stille Post-Kontrolle in einem Briefzentrum installiert. Das Landeskriminalamt fange systematisch Sendungen ab – im Visier: Post von Globalisierungskritikern.

Ich schätze, darüber werden sich nicht allzuviele echauffieren, immerhin ist ja jetzt das Radsportdoping Thema, nicht irgendwas so langweiliges wie Freiheitsrechte…

Ver- und Gebotsinflation

Die Zeit – Feuilleton : Der Terror der Tugend:

Eine solche Hundeverordnung, freilich ungeschrieben, gibt es auch für die menschliche Gesellschaft. Auf ihr stehen die Freizeitgebräuche der potenziell gefährlichen sozialen Klassen, Milieus und Altersgruppen, die von der bürgerlichen Bildungspädagogik nicht erreicht und von der grünen Propaganda zu ökologischem Verhalten nicht gebracht werden konnten. Nehmen wir uns die Liste der geplanten Verbotsgesetze noch einmal vor. Der Klassencharakter lacht einen geradezu schamlos an: Alkohol und Tabak, Hunde und Autos, billige Fernreisen und Computerspiele, Fernsehen und Fast Food.

Parkinsonsches Gesetz

Parkinsonsches Gesetz – Wikipedia:

Beim Planen des Baus eines Kernkraftwerks kann es so vorkommen, dass die eigentliche Konstruktion des Reaktor-Inneren relativ schnell abgehakt wird, weil die anwesenden Manager und Politiker nur wenig Fachwissen besitzen, während sich danach alle über Stunden die Köpfe heiß reden über die Farbe, in der das Abstellhäuschen (bicycle shed) für die Fahrräder der Mitarbeiter gestrichen werden soll.

Eine Gesetzmäßigkeit, die ich im Hinterkopf behalten sollte.